|
Zunächst als "Christlicher Verein Junger Männer" entstanden ist der Verein in seiner Geschichte immer der Jugendarbeit in verschiedenen Formen verpflichtet gewesen. Wie in London und vielen anderen europäischen Städten wird auch in Zwickau der Ruf nach der Gründung eines CVJM laut. Später wird der CVJM Zwickau einer der größten Träger von Jugendarbeit in der Stadt Zwickau mit ca. 2.500 Mitgliedern und einer der wichtigsten deutschen Großstadtvereine sein.
Allein aus Spenden finanziert erwirbt der wachsende Verein das Vereinshaus in der Walther-Rathenau-Straße, eine Jugendstilvilla, die heute wieder den jungen Menschen der Stadt Zwickau offen steht.
Durch die Gestapo wird in Zwickau, wie in ganz Sachsen, die CVJM-Arbeit verboten und der Verein enteignet. Die dunklen Jahre deutscher Geschichte legen sich auf das Land.
Nach dem Krieg wird versucht die CVJM-Arbeit in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone wieder aufzunehmen. Da das nicht möglich ist erfolgt die Weiterführung der Jugendarbeit unter dem Dach der Ev.-Luth. Kirche. Das „Jungmännerwerk in Sachsen“ wird aufgebaut. Später werden daraus nach der Wende die Ev.-Luth. Jugendpfarrämter hervorgehen.
Nach der politischen Wende ist eine Wiedergründung des CVJM Zwickau möglich. Es wird mit Kinder- und Jugendarbeit in gemieteten Räumen auf ehrenamtlicher Basis begonnen. Parallel dazu wird versucht, auf Basis von Archivunterlagen eine Rückgabe des CVJM-Hauses an den Verein zu erlangen.
Das „Amt für offene Vermögensfragen“ bescheinigt den CVJM Zwickau wieder als Eigentümer des Hauses. Das Haus ist indes stark von der Geschichte, mehreren Nutzerwechseln in der DDR und der Mangelwirtschaft dieser Jahre gezeichnet. Der Verein erhält ein Haus zurück, damit aber gleichzeitig eine immense Baulast. An vielen Stellen ist buchstäblich seit Kauf des Hauses baulich nichts mehr geschehen. Für den Verein, der aufgrund des Bruchs in der Geschichte über kaum Eigenmittel verfügt, eine enorme Herausforderung. Zeitgleich wird mit der Einstellung des ersten hauptamtlichen Mitarbeiters der Grundstein für die heute weit reichende Jugendarbeit des Vereins gelegt.
Inzwischen ist viel geschehen. Die Arbeit, die mit einer ehrenamtlichen geleiteten Kinderarbeit nach der Wende begann, hat sich zu einer Vielzahl von Projekten entwickelt, die von Kindern und Jugendlichen der Stadt Zwickau oder der Region, wahrgenommen werden. Über 35 ehrenamtliche und zwei hauptamliche Mitarbeiter gestalten die Arbeit gemeinsam mit den jungen Menschen. Rund 80 Mitglieder und eine Vielzahl von Freunden tragen die Aktivitäten des Vereins.
Das CVJM-Haus und das dazugehörige Freigelände sind nicht nur in wichtigen Teilen saniert, sondern für die Kinder und Jugendlichen ein Zuhause geworden.
Trotzdem gibt es noch eine Menge zu tun. Längst sind nicht alle Baustellen am Haus beseitigt. Der immense Finanzbedarf lässt manches Notwendige länger dauern, als es für die Jugendarbeit gut ist.
Neue Ideen und Projekte entstehen in den Köpfen der Menschen, die CVJM Zwickau sind. Neue Herausforderungen stehen und warten auf Menschen, die ihr Herz öffnen, um jungen Menschen heute zu begegnen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
|